Die GRÜNEN Ideen für das Neubaugebiet Lammerich in Gladenbach

Blick von der „Schönen Aussicht“: Hier soll der 1. Bauabschnitt des Neubaugebietes Lammerich realisiert werden.

Der Bau- und Planungsausschuss hat in seiner Sitzung am 27. April 2022 vereinbart, dass die Fraktionen in der StVV Gladenbach ihre Ideen zum Vorentwurf des Bebauuungsplans für das Baugebiet „Lammerich“ in Gladenbach nochmals verschriftlichen und der Stadtverwaltung zukommen lassen. Anschließend sollen sie gesammelt an das Planungsbüro Koch zur Vorprüfung weitergeleitet werden. Die folgenden Wünsche und Anregungen hat die Fraktion Junge Liste/BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingereicht. Sie basieren teilweise auf dem städtebaulichen Diskussionspapier der Fraktion vom 18. Mai 2020.

Das wünschen wir uns:

  • Grundstückgrößen teilweise verkleinern und Größen ab 400 – 450 Quadratmeter für Einfamilienhausbebauung anbieten
  • Textliche Festsetzung: Solarpflicht für jedes Dach
  • Textliche Festsetzung: Verschotterungsverbot bzw. Begrünungspflicht für unbebaute Flächen
  • Keine durchgehende verkehrliche Verbindung zur „Schönen Aussicht“, stattdessen Sackgasse zur Erschließung der hinteren Grundstücke und Fortführung des Gehölzstreifens um die östliche Ecke herum
  • Von einer KWK-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung) zur Versorgung des Quartiers ist abzusehen, da sie in der Regel mit fossilen (teuren und klimaschädlichen) Energieträgern wie Öl oder Gas betrieben wird. Stattdessen ist die Geothermie als Alternative ernsthaft zu prüfen. Ggf. entsteht ein Projekt mit Modellcharakter, das vom Land Hessen finanziell gefördert werden kann.
  • Anschluss/Versorgung mit Strom durch den geplanten Windpark Lohra/Gladenbach ist zu prüfen.
  • Oberes, von Verkehrsflächen umschlossenes Allgemeines Wohngebiet ist komplett an einen (genossenschaftlichen/gemeinwohlorientierten) Bauträger zu vergeben mit der Maßgabe, dort familiengerechten und günstigen Wohnraum zu schaffen (z.B. Reihenhausbebauung, siehe ROTTER/ZIMMERMANN/HOFMEYER: Kein Weiter so II. Ein städtebauliches Diskussionspapier zum Baugebiet „Lammerich“, 18.05.2020).
  • Das links im Plan platzierte Urbane Mischgebiet oberhalb der Verkehrsfläche ist an einen (genossenschaftlichen/gemeinwohlorientierten) Bauträger zu vergeben mit der Maßgabe, dort Mehrgenerationen- und barrierefreien Wohnraum zu schaffen (siehe hierzu ROTTER/ZIMMERMANN/HOFMEYER 2020). 
  • Vor der Vergabe der beiden vorgenannten Flächen an einen oder zwei Bauträger ist ein landesweiter/nationaler Ideenwettbewerb auf Grundlage eines noch zu erarbeitenden Kriterienkatalogs auszurufen.
  • Das kleine Allgemeine Wohngebiet unterhalb der mittigen Grünfläche und das angrenzende Urbane Gebiet sind zu einem WR (besonderes Wohngebiet) zusammenzufassen und für einen Kita-Neubau vorzusehen. Am oberen Rand entsteht eine öffentliche Parkfläche mit E-Tankstelle. Die Parkfläche in der öffentlichen Grünfläche darüber wird gestrichen.  
  • Urbanes Gebiet im rechten, unteren Bereich des Bauabschnittes sollte zum Allgemeinen Wohngebiet umgewandelt und für Bebauung mit Tiny Häusern vorgesehen werden.
  • Im urbanen Gebiet ganz links im Bauabschnitt (am Fuß- und Radweg) sozialen Wohnungsbau ermöglichen. Im Falle, dass die Stadt die derzeitig dafür vorgehaltenen Liegenschaften verkauft, ist dort Wohnraum für Obdachlose zu schaffen.
  • Radverkehr und Fußgängerverkehr ist bei der Ausgestaltung der Verkehrsflächen im Baugebiet Lammerich von Beginn an mitzudenken! Keine Priorisierung des Motorisierten Individualverkehrs!

Das Original-Dokument mit Plan können Sie hier einsehen.

Wie geht es nun weiter?

Alle Fraktionen haben ihre Ideen fristgerecht eingereicht. Nun soll Ende September 2022 im Bau- und Planungsausschuss ein Workshop mit dem Planern stattfinden: Hier werden die Ideen erörtert und ihre Umsetzbarkeit diskutiert. Danach sollen die Planer jene Ideen, welche mehrheitsfähig und umsetzbar sind, in den Entwurf einarbeiten und diesen der Stadtverordnetenversammlung zur Entscheidung vorlegen. Damit beginnt die Bauleitplanung. In deren Verlauf können auch Sie als Bürger*innen Stellungnahmen abgeben und Bedenken äußern. Bis die ersten Häuser auf der Lammerich stehen, dürften aber noch ein bis zwei Jahre vergehen.

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