Mein Programm für Gladenbach

Das habe ich mir vorgenommen

Verschaffen Sie sich einen ersten Überblick, was ich als neuer Gladenbacher Bürgermeister erreichen will. Sie haben Fragen zu meinem Programm? Sie wollen Ihre Ideen für ein lebens- und liebenswerteres Gladenbach einbringen? Ich nehme Ihr Anliegen ernst. Schreiben Sie mir einfach eine Nachricht.

Mehr Natur-, Klima- und Umweltschutz

Heiße Sommer, milde Winter, wenig Regen, und wenn er dann fällt, tut er es gleich in rauen Mengen – für mich die ersten Anzeichen, dass sich unser Klima verändert. Wie gehen wir als Stadt mit den Herausforderungen um? Mein Eindruck: Derzeit gar nicht. Ich setze mich dafür ein, dass Gladenbach dem Bündnis „Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen“ beitritt. Hier engagieren sich schon über 200 Städte und Gemeinden im Kampf gegen den Klimawandel und bei der Anpassung an die Folgen. Um uns herum sind schon viele dabei: Bad Endbach, Dautphetal, Marburg, Weimar/Lahn – Gladenbach ist ein weißer Fleck.

Als Klima-Kommune erhalten wir einen Einblick, wie es um unsere CO2-Bilanz steht. Außerdem können wir uns durch die LandesEnergieAgentur beraten lassen, was wir als Stadt für einen aktiven Klimaschutz tun können. Das könnten zum Beispiel folgende Maßnahmen sein:

  • Ein Konzept zur schrittweisen energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude
  • Mehr Photovoltaik-Anlagen auf Dächern öffentlicher Gebäude
  • Mehr Blühflächen auf städtischem Grund und eine naturnahe Gestaltung unserer Grünanlagen
  • Öffentliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge, auch in den Stadtteilen

Angenehmer Nebeneffekt: Klima-Kommunen können sich entsprechende Projekte mit einem höheren Betrag bezuschussen lassen. Das schont die klamme Stadtkasse.

Ausreichende Kinderbetreuung

Abgesehen vom teilweise desolaten Zustand der Gebäude haben wir ein weit größeres Problem bei den Kitas in unserer Stadt: Es fehlen Plätze – so wohl bei der U3- als auch bei der Ü3-Betreuung. Und dieser Mangel wird sich weiter verschärfen. Für eine angemessene Kinderbetreuung zu sorgen, ist Pflichtaufgabe einer Kommune. Dieser Pflicht will ich nachkommen, indem ich ich daran arbeite, dass

  • Gladenbach schnellstmöglich neue Kita-Plätze schafft – etwa durch den Ausbau oder Neubau von Kitas
  • Gladenbach in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis alternative Betreuungsangebote schafft, z.B. bei Tagesmüttern oder -vätern

Bessere Fahrrad-Mobilität

Fakt ist: Im ländlichen Raum werden wir noch lange Zeit auf das Auto angewiesen sein. Dennoch sollte Gladenbach endlich beginnen, seinen Einwohnern eine Infrastruktur zu schaffen, die es ihnen ermöglicht, das Auto auch mal stehen zu lassen. Dem „Draht-Esel“ kommt hierbei besondere Bedeutung zu. Deshalb mache ich mich für eine neue Art der Mobilität stark, indem wir

  • das derzeit in der Planung befindliche Radverkehrskonzept des Landkreises für die Gladenbacher Kernstadt mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und Aufgeschlossenheit betrachten
  • sinnvolle Vorschläge für innerstädtische Radverbindungen konsequent umsetzen
  • ein Radrouten-Netz zwischen den Stadtteilen ausweisen und die dafür in Frage kommenden Wege – wo nötig – ertüchtigen
  • Rad-Parkplätze an stark frequentierten Orten im Stadtgebiet schaffen, wo auch E-Bikes sicher abgestellt werden können.

Mehr Bus und Bahn

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist die Stellschraube, um Mobilität zukunftsfähig zu gestalten und schädliche Emissionen zu reduzieren. Und er ist ein gutes Mittel, jenen Gladenbacher*innen, die kein Auto haben oder wollen, an der Nahversorgung und dem kulturellen Leben Teilhabe zu ermöglichen. Darum

  • bekenne ich mich klar zum X-Bus-Konzept und zum zügigen Umbau des Gladenbacher Busbahnhofs
  • werde ich mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die „Aar-Salzböde-Bahn“ wieder fährt, wenn die derzeit laufende Machbarkeitsstudie die Reaktivierung empfiehlt
  • möchte ich eine bessere Anbindung unserer Stadtteile an den vorhandenen ÖPNV – z.B. durch einen Bürgerbus, der zu bestimmten Zeiten die Einwohner*innen an den X-Bus-Knoten in die Kernstadt bringt. Ich schlage dazu ein Pilotprojekt vor, in dem wir solch ein Konzept ein Jahr lang ausprobieren und anschließend auswerten, wie erfolgreich es war und wo es angepasst werden sollte.

Mehr Bürgerbeteiligung

Wir alle sind Gladenbach. Und wir alle sollten uns an wichtigen Entscheidungen, die unsere Stadt treffen will, in angemessener Weise beteiligen können. Das fördert die „kommunalen Intelligenz“ und erzeugt ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl. Diese Ziele will ich erreichen z.B. durch

  • die Schaffung eines Kinder- und Jugendparlamentes nach Bad Endbacher Vorbild
  • die Schaffung eines Seniorenrates
  • die Etablierung eines Bürgerforums, das bei Angelegenheiten von überragendem öffentlichen Interesse die Meinung und das Wissen der Gladenbacher*innen berücksichtigt

Attraktives Stadtzentrum

Ausreichend Geschäfte und Lebensmittelmärkte zu haben, ist wichtig für die Anziehungskraft eines Mittelzentrums wie Gladenbach. Mit dem Kirchberg-Center in der Kernstadt und den Angeboten der Mitgliedsbetriebe des Gewerbevereins sind wir gut aufgestellt. Doch unserem Stadtzentrum – dem Marktplatz – könnten schon 2023 große Veränderungen bevorstehen. Wie wird es sich auf die Attraktivität des Areals auswirken, wenn der große Lebensmittelmarkt seine Türen schließen sollte?

Ich möchte frühzeitig mit den dortigen Gewerbetreibenden und den Eigentümern der Geschäftsimmobilien gemeinsam nach Lösungen suchen. Und Ideen entwickeln, damit der Marktplatz in Zukunft so lebhaft bleibt wie er heute ist.

Gute ärztliche Versorgung

Noch scheint die ärztliche Versorgung in Gladenbach in bester Ordnung zu sein. Doch es bahnt sich ein Ärztemangel in unserer Stadt an: Viele Hausärzte und der ein oder andere Facharzt werden in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Nachfolger sind oftmals nicht in Sicht. Wie geht es dann weiter?

Um dem drohenden Ärzte-Notstand zu begegnen, haben die städtischen Gremien kürzlich den „Runden Tisch Ärztliche Versorgung“ ins Leben gerufen, dem auch ich angehöre und den ich nach Kräften unterstützen werde. Die Gladenbacher GRÜNEN haben die Idee eines sogenannten Kommunalen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in die Diskussion eingebracht. Hierbei stellt die Stadt Praxisräume und -inventar zur Verfügung und kümmert sich um sämtliche administrativen Angelegenheiten des Betriebes. Das ärztliche Personal ist bei der Stadt angestellt.

Dieses Modell hat zahlreiche Vorzüge, die jungen Mediziner*innen die Entscheidung erleichtern könnte, künftig in Gladenbach zu praktizieren: Sie werden zum Beispiel von der zunehmenden Bürokratie entlastet und können sich auf den Dienst am Patienten konzentrieren. Dadurch werden ihre Arbeitszeiten familienfreundlicher. Zudem nimmt es ihnen die Angst, sich auf eigenes finanzielles Risiko niederzulassen. Die rechtlichen und strukturellen Voraussetzungen für ein kommunales MVZ werden derzeit geprüft.

Genügend und bezahlbaren Wohnraum

Viele junge Familien wollen ihren Lebensmittelpunkt in Gladenbach haben und sich hier den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. Dabei sollte die Stadt sie unterstützen – denn jeder Mensch, der hier wohnt, kauft hier ein, zahlt hier einen Teil seiner Steuern und nimmt in irgendeiner Weise am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teil. Kurz: Jeder und jede tut der Kommune gut. Damit Menschen Gladenbacher Bürger*innen werden oder bleiben, werde ich mich für folgende Maßnahmen einsetzen:

  • Die Ausweisung von Baugebieten in der Großgemeinde, die zukunftsfähig sind und auch für den kleinen Geldbeutel etwas zu bieten haben
  • Bebauungspläne, die eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern und auch Reihenhäusern zulassen
  • Bebauungspläne, die Wohnraum für Menschen in jeder Lebensphase bieten, z.B. durch behinderten- und altengerechte Wohnungen, Mehrgenerationenhäuser oder „Senioren-Wohngemeinschaften“. Spezialisierte Bauträger könnten die Stadt dabei unterstützen.
  • Neue Ideen über den „planerischen Standard“ hinaus: Große Baugebiete sollten lieber Quartiers-Charakter haben statt nur monotone Siedlungsfläche zu sein. Mehr Platz für Natur und Flächen, die von den Bewohner*innen gemeinsam genutzt werden, wären ein Schritt in diese Richtung.

Starke Wirtschaft, vielfältiges Gewerbe

Eine robuste Wirtschaft dient unserer Stadt auf vielfältige Weise. Sie schafft Arbeitsplätze, macht Gladenbach für seine Einwohner*innen attraktiv, lockt Menschen zum Shoppen aus der Region hierher und stützt im Rahmen der Gewerbesteuer die kommunalen Finanzen. Deshalb möchte ich

  • unsere etablierten Gladenbacher Gewerbetreibenden nach Kräften unterstützen
  • Gladenbach für neue Gewerbeansiedlungen interessant machen, etwa durch eine offensivere Wirtschaftsförderung und ein stärkeres Stadt-Marketing
  • den Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal (IGS) weiter vorantreiben
  • den Status Gladenbachs als „Fair-Trade-Stadt“ auch in Zukunft erhalten

Mehr tun für Freizeit, Kultur und Tourismus

In Gesprächen bestätigen es mir Menschen von außerhalb immer wieder: „Ihr habt’s hier richtig schön!“ Unsere Stadt liegt in einer abwechslungsreichen Landschaft und ist Teil des Naturparks Lahn-Dill-Bergland. Es gibt hier so viele Möglichkeiten zum Radfahren, Wandern, Entspannen oder für andere Freizeitaktivitäten – wir sollten sie aber stärker nutzen! Gladenbach kann mehr sein als nur Kirschenmarkt-Stadt. Als Bürgermeister möchte ich dafür arbeiten, dass

  • sowohl das Freizeitbad „Nautilust“ als auch das Freibad Weidenhausen erhalten bleiben und womöglich ihre Angebote erweitern
  • wir – ggf. auch in Zusammenarbeit mit unseren Nachbar-Kommunen und dem Naturpark – Ideen entwickeln, wie wir den Tourismus stärken können
  • Vereine, Initiativen und Institutionen bei ihren kulturellen Angeboten auf die Unterstützung der Stadt bauen können
  • unser Eigenbetrieb Stadtmarketing-Energie-Bäder (SEB) seinem Namen gerecht wird und durch neue Angebote und Aktionen Werbung für Gladenbach betreibt.

Mehr interkommunale Zusammenarbeit

In gewisser Weise steht Gladenbach in Konkurrenz zu seinen Nachbarstädten und -gemeinden. Trotz dessen werden wir manche Herausforderungen auf lange Sicht gemeinsam besser bewältigen können. Erste Anfänge sind gemacht: Im Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal beispielweise, bei administrativen Aufgaben wie der Gefahrenabwehr und der Ferienbetreuung durch den Verein BSJ. Ich möchte die interkommunale Zusammenarbeit verstärken und Möglichkeiten ausloten, wo wir unsere Kräfte bündeln könnten, zum Beispiel in Bereichen der Verwaltung, beim Natur- und Umweltschutz oder beim Tourismus.

Realistische kommunale Finanzen

Gladenbach ist finanziell wahrlich nicht auf Rosen gebettet. Die Diskussionen um den Schutzschirm des Landes Hessen, das Entschuldungsprogramm „Hessenkasse“ und auch die Kontroversen zur Neuverschuldung bei den alljährlichen Haushaltsberatungen machen das ganz deutlich. Machen wir uns nichts vor: Die kommunalen Finanzen werden jedem Bürgermeister schlaflose Nächte bereiten. Viele Dinge, die politisch und gesellschaftlich gewollt sind, kosten einfach Geld. Ein Patentrezept für mehr finanziellen Spielraum gibt es nicht. Ich möchte hier deshalb einige Grundgedanken vorstellen, von denen ich mich als Rathaus-Chef und Kämmerer leiten lassen möchte:

  • Die Verwaltung muss sparsam und wirtschaftlich arbeiten.
  • Die Erträge der Stadt müssen sich verbessern – aber nicht durch Steuererhöhungen, sondern durch Maßnahmen, die mittelfristig zu mehr Geld in der Stadtkasse führen. Zwei Beispiele: Bezahlbarer Wohnraum, gute Infrastruktur und ausreichend Kita-Plätze machen es berufstätigen Menschen schmackhaft hier zu leben. Unsere mögliche Dividende: ein höherer Anteil an der Einkommenssteuer. Mehr Wirtschaftsförderung, wirksames Stadtmarketing und eine höhere Attraktivität für Tages- oder Feriengäste ziehen Gewerbe und Kaufkraft an. Das schlägt sich im besten Fall in einem höheren Gewerbesteuer-Aufkommen nieder.
  • Investitionen, die Gladenbach zukunftsfähig machen, müssen – wenn nötig und zulässig – auch durch Kredite finanziert werden können.
  • Aufwendungen für öffentliches Eigentum, zum Beispiel bei der Sanierung von Gebäuden oder der Modernisierung des kommunalen Fuhrparks, müssen in der Regel dazu führen, dass die Kommune auf lange Sicht Geld spart.
  • Für jede Maßnahme sollte vorab geprüft werden, ob es dafür eine finanzielle Förderung vom Kreis, vom Land, vom Bund, von der EU oder von anderer Seite gibt.