Presseschau 5: Meine Zukunftsorte in Gladenbach

Der dritte von vier Teilen der Wahlkampf-Berichterstattung des Hinterländer Anzeigers beleuchtet die Zukunftsorte der Bürgermeister-Kandidaten. Den Original-Bericht finden Sie hier (Bezahlschranke). Ich finde, es gibt so viele Orte in Gladenbach, an denen sich etwas ändern muss – und ändern wird. Aber ich musste mich für die Tour mit Redakteur Michael Tietz auf vier beschränken. Und das sind sie:

Zukunftsort 1: Marktplatz/Innenstadt/Busbahnhof

“Ich will in die Offensive gehen”, umschreibt der Kandidat der Grünen seine Ziele für Gladenbach. Dafür bietet sich seiner Meinung nach der Marktplatz an. “Ein Ort, der sich in den nächsten sechs Jahren sehr stark verändern wird”, so Hofmeyer mit Blick auf seine mögliche erste Amtszeit als Bürgermeister.

Erster Ansatzpunkt: der Busbahnhof. “Das Gebäude ist unansehnlich – ein dunkler, kalter Ort.” Auch die verkehrstechnischen Gegebenheiten der Haltestelle entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Mehrmals am Tag stauen sich Busse in der Teichstraße, da nur zwei Haltebuchten zur Verfügung stehen. Hofmeyer plädiert für eine “schöne, funktionale Lösung”, die hell und freundlich sein sollte.

Das Umfeld des Busbahnhofs hat er ebenfalls im Blick. “Wir haben in Gladenbach rund 2000 kostenlose Parkplätze für Autos, aber so gut wie keine Abstellmöglichkeiten für Fahrräder”, erklärt der Bürgermeisterkandidat. Am Busbahnhof sollten deshalb sichere Stellplätze für Räder geschaffen werden – insbesondere auch für E-Bikes. Eine “High-End-Lösung” wäre aus seiner Sicht ein kleines Fahrradparkhaus. Im ersten Schritt würden aber auch einfache Edelstahlbügel reichen, die einbetoniert sind.

Geeignete Abstellplätze für Fahrräder im Stadtzentrum würden es den Bürgern wesentlich erleichtern, auf den öffentlichen Personennahverkehr umzusteigen oder auch mal mit dem Rad zum Einkaufen zu fahren. “Jede Fahrt weniger mit dem Auto ist ein Schritt in die richtige Richtung”, betont der 42-Jährige.

Beim Blick auf eine lebendige Innenstadt spielt für ihn das Gewerbe eine zentrale Rolle. “Die Fachgeschäfte sind ein Pfund, mit dem wir wuchern können – sie machen Gladenbach zur attraktiven Einkaufsstadt, die auch für die Umlandgemeinden ein Anziehungspunkt ist”, erklärt Hofmeyer. Dank der zentralen Parkplätze sei vieles fußläufig erreichbar. Dieses Angebot müsse auf jeden Fall erhalten bleiben, so der Gladenbacher: “Ich möchte mich mit den Gewerbetreibenden und den Immobilienbesitzern zusammensetzen und ohne Scheuklappen überlegen, wie unser Stadtzentrum in fünf oder zehn Jahren aussehen soll.”

Zukunftsort 2: Die “Lammerich”

Von Grund auf wandeln soll sich laut Hofmeyer auch das Areal an der “Lammerich” zwischen Gladenbach und Erdhausen. Die ersten Schritte für das künftige Baugebiet sind gemacht. Hofmeyer wirbt dafür, neue Gestaltungsmöglichkeiten zuzulassen, die über den planerischen Standard hinausgehen. Die Grünen haben dazu bereits ein Konzept zur “Zukunftssiedlung Gladenbach” im Parlament vorgestellt. Bei einem Workshop im November wollen die Kommunalpolitiker zusammen mit Stadtplanern über Details diskutieren.

“Wir ermuntern alle, mitzumachen und eigene Ideen einzubringen. Es ist noch nichts in Stein gemeißelt”, erklärt Hofmeyer. Gladenbach habe hier die Möglichkeit, ein “zukunftsweisendes und nachhaltiges Neubaugebiet” entstehen zu lassen, das Signalwirkung über die Stadtgrenzen hinaus habe. Wichtig ist nach Einschätzung des Grünen-Kandidaten, dass Wohnraum für Menschen in jeder Lebenslage geschaffen wird – also für Familien mit Kindern, für Singles, für Senioren, für körperlich eingeschränkte Menschen. Generationen übergreifendes wie auch barrierefreies Wohnen sollte auf der “Lammerich” ermöglicht werden. Hofmeyer regt an, einen Teil der Fläche in die Hand eines Bauträgers – zum Beispiel eine Wohnungsbaugenossenschaft – zu geben. Diese könnte einen kleinen Reihenhauskomplex errichten und somit günstigere Eigenheime schaffen. In der Mitte des Quartiers wäre eine gemeinschaftlich nutzbare Grünfläche möglich.

Zukunftsort 3: Georg-Ludwig-Hartig-Park

Deutlich verändern möchte Hofmeyer den Georg-Ludwig-Hartig-Park: “Er sollte zu einer echten innerstädtischen Oase für Mensch und Natur gestaltet werden.” Dieses “wunderbare Stück Land mitten in der Stadt” habe ein riesiges Potenzial, das dringend genutzt werden sollte.

Hofmeyer will dort unter anderem mehr Lebensraum für Insekten schaffen. “Blühwiesen statt Rasenflächen” lautet seine Devise. Ein kleines Biotop – ohne See oder Teich – wäre ebenfalls möglich. Außerdem sollte der Park als Ort der Freizeitgestaltung mehr in den Blickpunkt rücken. Der Ortsbeirat hat dazu bereits Fitnessgeräte nahe des Spielplatzes aufstellen lassen. “Das sind ganz tolle Ansätze, um das Areal attraktiver zu machen”, sagt Hofmeyer. Eine naturnahe Waldrandgestaltung gehört aus seiner Sicht ebenfalls dazu.

Außerdem schlägt Hofmeyer einen Gemeinschaftsgarten vor. Engagierte Bürger könnten dort Gemüse, Blumen und Beerenobst anpflanzen. Auf diese Weise könnten im Park auch ein außerschulischer Lernort sowie ein lohnenswertes Ausflugsziel für Kindergärten entstehen.

Zukunftsort 4: Bushaltestelle Rüchenbach

Ein weiterer Zukunftsort von Hofmeyer ist die Bushaltestelle in Rüchenbach. Sie steht stellvertretend für alle Stadtteile, die etwas weiter vom Zentrum entfernt sind und nicht an der Buslinie 383 liegen. In diesen Orten sei der öffentliche Personennahverkehr noch ausbaufähig, sagt der Kandidat. Er will dazu ein Bürgerbus-Projekt ins Leben rufen. “Ein kleiner ÖPNV für Gladenbach, als sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Buslinien”, erklärt Hofmeyer.

Ein Vorteil: Ältere Menschen, die nicht mehr mit dem Auto mobil sind, kommen so einfacher zum Einkaufen oder zum Arzt nach Gladenbach oder in einen anderen Stadtteil. Außerdem können Familien und Jugendliche, die kein Auto haben und auch nicht mit dem Rad unterwegs sein wollen, mobil sein. “Ich glaube, dass ein Bürgerbus die Ortsteile attraktiver macht”, sagt Hofmeyer.

Hinterländer Anzeiger v. 16.10.2020, Seite 10

Und welcher ist Ihr Zukunftsort in Gladenbach? Lassen Sie es mich bitte wissen! Hier steht, wie Sie mich erreichen können – auch falls Sie noch Fragen zu meinem Programm oder zu meiner Person haben. Vielen Dank!

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