Presseschau 6: Mein Porträt in der OP

Anfang dieser Woche war OP-Redakteur Stefan Dietrich bei mir zu Hause zu Besuch. Wir haben uns über meinen persönlichen, beruflichen und politischen Werdegang unterhalten. Gut anderthalb Stunden, ganz anständig mit Maske und Abstand. Aus diesem Gespräch hat er ein Porträt verfasst, aus dem ich hier für Sie zitiere. Den Original-Text, erschienen am 21. Oktober, finden Sie auf der Internetseite der Oberhessischen Presse .

Politischer Senkrechtstart

Gregor Hofmeyers politische Karriere ist bisher kurz, aber steil. Erst vor einem Jahr war der Diplom-Journalist, Hausmann und ehemalige Zeitsoldat für die Junge Liste/Die Grünen ins Gladenbacher Stadtparlament nachgerückt – wenige Wochen später wurde er schon Bürgermeisterkandidat. Wie es zu diesem Senkrechtstart kam, erklärt der 42-Jährige so: „Als meine Kinder geboren wurden, ist mir klar geworden: Das sind die, die nach dir kommen. Die werden in einer Welt leben, die wir gerade zerstören – und zu retten versuchen.“

Diese Welt, sagt Hofmeyer, wolle er mitgestalten. Und zwar in Gladenbach, wo er seit 2014 mit seiner Ehefrau und den neun und fast drei Jahre alten Söhnen wohnt und auch in den Jahren 2002 bis 2005 schon gelebt hat – im Haus der Großmutter seiner Ehefrau. „Im Lokalen kann man die meisten Dinge bewegen“, ist er überzeugt. „Ich lebe sehr gerne hier und möchte, dass andere Menschen auch sehr gerne hier leben. Aber ich bin unzufrieden, dass zukunftsträchtige Themen nicht oder nur zögerlich angepackt werden.“ […]

„Als Bürgermeister wird keiner geboren“

Hofmeyer, der auch schon vor seinem Einzug in die Stadtverordnetenversammlung bei den Gladenbacher Grünen mitgerarbeitet hat, ist im Parlament mittlerweile als versierter Redner bekannt. Seine Ideen trägt der Kandidat im Gespräch routiniert und sachlich, aber mit Überzeugung vor. Verwaltungsfachmann ist er nicht, doch das sieht er nicht als Manko an: „Als Bürgermeister wird keiner geboren, es ist auch kein Ausbildungsberuf. Es tut dem Amt auch gut, wenn es mal jemand macht, der nicht aus der Verwaltungsschiene kommt.“ Als Journalist habe er die Fähigkeit, sich rasch in neue Themen einzuarbeiten. Von der Bundeswehr, wo er zuletzt als Oberfeldwebel war, habe er Führungserfahrung, „auch wenn man eine Verwaltung nicht mit Befehl und Gehorsam führen kann.“ Bei der Bundeswehr habe er sich als Vertrauensperson der Unteroffiziere im gesamten Regiment, im Studium als Fachschaftssprecher für die Interessen anderer eingesetzt – und auch mit Bürokratie zu tun gehabt. […]

„Werde ein unabhängiger Bürgermeister sein“

Als Bürgermeisterkandidat will er […] nicht nur Grünen-Anhänger ansprechen. „Ich glaube, dass ich Themen habe, die alle angehen“, betont er. Als Vater liege ihm zum Beispiel am Herzen, dass es genügend Betreuungsplätze und Ärzte, aber auch Arbeitsplätze in der Stadt gibt. „Als Bürgermeister werde ich unabhängig sein – ich will das tun, was gut für Gladenbach insgesamt ist. Ich versuche, das den Menschen zu vermitteln. Das ist allerdings schwer.“ […] Er hofft, dass er in die Stichwahl kommt – und sei „hochmotiviert“, Bürgermeister zu werden: „Ich habe richtig Lust, etwas für Gladenbach zu reißen – am liebsten gemeinsam.“

Oberhessische Presse vom 21.10.2020, Seite 7

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